Buddhas Lehren: Der Achtfache Pfad - 2. Die Rechte Absicht (Samma Sankappa)

Für diesen Monat habe ich mir überlegt über Samma Sankappa, das zweite Element des Edlen Achtfachen Pfades, zu schreiben. Es wird manchmal auch Rechtes Denken oder Richtiges Denken genannt. Manche Autoren beschreiben es auch als "Rechte Absicht".

In diesem Beitrag werden wir uns mit der Lenkung gesunder Absichten befassen. Wie die Rechte Sichtweise ist die Rechte Intention nicht etwas, das man isoliert erkunden und lernen kann, aber sie berührt alle anderen Aspekte des Pfades und des Alltagslebens.





Was ist die richtige Absicht?


Das größte Reservoir ungenutzter Ressourcen in der heutigen Welt sind die guten Absichten der Menschen, die sich nicht in Taten umsetzen lassen.

~ Lloyd Nimetz ~


Bevor wir etwas tun oder sagen, haben wir eine Absicht, ob wir uns unserer Absichten bewusst sind oder nicht. Heilsame Absichten zu lenken bedeutet dann, Achtsamkeit nicht nur in Bezug auf unsere Absichten zu entwickeln, sondern unsere Absichten als Grundlage zu nutzen, auf der wir Ethik und Moral aufbauen können, um das Leid zu verringern, das wir uns selbst und anderen zufügen.


Buddha erklärt die rechte Absicht als die Absicht der Entsagung, die Absicht des guten Willens und die Absicht der Unschädlichkeit. All dies gilt für Handlungen und Reden. Wenn wir Achtsamkeit gegenüber unseren Absichten entwickeln, wird deutlich, dass Gedanken oft der Absicht vorausgehen und dann die Absicht formen. Vielleicht ist das der Grund, warum in vielen buddhistischen Büchern die Rechte Absicht und der Rechte Gedanke austauschbar verwendet werden.


Als ich z.B. das erste Mal an einem Meeting an der Uni Witten-Herdecke teilnahm, an der ich arbeitet, war ich sehr angenehm überrascht, dass wir das Meeting mit einer Meditation und einem Impuls-gebendem Spruch begannen. Wir in der Yamida Yogaschule haben erkannt, dass alles mit dem Bewusstsein beginn und entsteht, so dass dies ein ganz normaler Check-in bei uns ist, um uns wieder mit uns selbst und miteinander zu verbinden. Ich kann wirklich die Präsenz und die Verbindung aller Teilnehmer spüren. Von dort aus teilen und verbinden wir uns von einem Ort der Wahrheit, des guten Willens und der Wohlwollens aus.


Das schafft ein gemeinsames Verständnis dafür, welche richtige Absicht wir haben, nämlich uns um die ganze Gemeinschaft zu kümmern: die Teilnehmer*innen, Lehrer*innen, Gastgeber*innen und Partner*innen, ja sogar Unterstützer*innen. Wir alle interagieren auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Form. Wenn wir das gemeinsam ohne Urteil und Zwang, sondern eher mit gutem Willen und Wohlwollen unterrichten und miteinander gestalten, fühlt sich diese Absicht richtig an.



Die richtige Absicht in der gegenwärtigen Situation


Als ich die Erklärung der richtigen Absicht las, wurde ich von dem Wort "Verzicht" angezogen. Sollte man seine weltlichen Güter verkaufen und als Einsiedler leben? Sollte man alles Geld der Welt vergessen, um der richtigen Absicht folgen zu können? Wir leben in einem System und einer Kultur, in dem Geld ein Maß für Gewinn und Status ist. Man sagt: "Geld hält die Welt in Schwung", oder besser gesagt, die Abwesenheit hält sie auf. In unserem Fall ist letzteres in letzter Zeit ein häufigerer Gedanke als der erste, da wir, wie viele andere auch, die für einige Wochen ab Mitte März geschlossen hatten, manche auch weiterhin.


Zu Beginn dieser Krise war die Yamida Yogaschule das wunderbarste Umfeld, in dem wir uns befinden konnten. Wir haben als Lehrerinnen Videos gedreht, sind Regisseure, Kamerafrauen und Schneiderinnen geworden. Die Absicht war, sich weiterhin um die Gemeinschaft als Ganzes zu kümmern und gemeinsam den Sturm zu überstehen. Als der Sturm jedoch anhielt, liess sich langsam ein gewisse Hoffnungslosigkeit erspüren. Für einige war es die Unfähigkeit zu sehen, was als Nächstes kommen würde, für andere die Ungewissheit darüber, was kommen würde, aber für viele herrschte vor allem der Verlust der zwischenmenschlichen Verbindung, da dies der Absicht, sich um die Gemeinschaft zu kümmern, am nächsten kam. Angesichts des zunehmenden Mangels an finanziellen Mitteln galt meine Sorge vor allem der Langlebigkeit der Freude. Die Umstände änderten sich fortlaufend, und das zwang uns alle dazu, uns fast täglich anzupassen. Wir durften stetig neue Wege finden, um die Yamida Yogaschule aufrechtzuerhalten.


Ausdauer


Es mag in meinem Namen 'Yvonne' liegen, doch für mich ist Ausdauer und Hartnäckigkeit, Treue und mutige Stärke ein wesentlicher Teil der richtigen Absicht, denn ihr Gewinn ist die Fortdauer. Es bedeutet, sich um die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft zu kümmern. Es bedeutet, "mit" der Erde zu leben und nicht "auf" ihr - die Indianer zeigen diesen Gedanken in ihren Ritualen und Traditionen so deutlich. Wir mussten also diesen Wurzeln, auf denen die Yamida Yogaschule gegründet wurde, treu bleiben:


1) uns um die Vergangenheit kümmern, indem wir unserer Absicht treu bleiben, uns um die Gemeinschaft zu kümmern;

2) uns um das Jetzt kümmern, indem wir die gegenwärtige Situation und den wachsenden Mangel an finanziellen Mitteln anerkennen;

3) uns um die Zukunft kümmern, indem wir uns den Umständen anpassen, um die Yamida Yogaschule aufrechtzuerhalten.


Indem wir dies mit dem gesamten Team tun, haben wir meiner Meinung nach einen Weg gefunden, in der gegenwärtigen Situation die richtige Absicht zu verfolgen. Die Unterstützung der gesamten Gemeinschaft ist überwältigend. Sei es: die Mitglieder, die in den letzten Monaten bei uns geblieben sind; die Lehrer, die sich neu er- und gefunden haben, um Online-Lehrer zu werden und das Team, das sofort zu Filmregisseuren, Online-Experten, Malern, Outdoor-Location-Scouts wurde und sich neu auf die veränderte Situation einstellen durfte.



Zurück zu einer neuen "Normalität"


Mit unserer Wiedereröffnung bekamen wir das Gefühl, dass wir wieder zur "Normalität" zurückkehren können. Heute wissen wir alle, dass dieses neue "Normal" anders sein wird als das, was wir bisher kannten. Viele guten Dinge werden zurückkommen und einige neue wunderbare Dinge hinzukommen. Dennoch ist es definitiv eine Veränderung. Eines ist sicher, und das wird auch so bleiben: wir werden weiterhin unsere Absicht kultivieren, uns um die Gemeinschaft zu kümmern, denn diese Situation hat uns mehr denn je gezeigt, dass wir alle einander brauchen, denn ohne die Unterstützung und Fürsorge von anderen wäre Vieles nicht möglich gewesen.


Also, bewahren wir uns eine wohlwollende, förderliche Absicht und bleiben wir ihr treu.


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